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Nordamerikanebel

Nordamerikanebel · Vespera Pro · Ulrich Schwarz

Über dieses Himmelsobjekt

Der Nordamerikanebel ist eine ausgedehnte H-II-Region und aktive Sternentstehungslandschaft im Sternbild Schwan.

Der Nordamerikanebel ist ein riesiges H-II-Gebiet nahe Deneb; besonders die „Golfküste“ sticht durch Dunkelwolken-Kontraste hervor.

Mit kurzer Brennweite wird die Gesamtsilhouette sichtbar, und die staubigen Trennlinien zum benachbarten Pelikannebel treten plastisch hervor.

Aufnahme und Beobachtung

Katalog: NGC 7000

Aufnahmedatum: 2025-05-23

Gesamtbelichtung: 22620 s

Aufnahme und Bearbeitung: Ulrich Schwarz · Vespera Pro

Himmelsreise zum Nachlesen

Willkommen zu einer Reise durch den Nordamerikanebel NGC 7000. Unser Blick führt in das Sternbild Schwan, mitten in ein reiches Feld der Milchstraße nahe dem hellen Stern Deneb. Rund 2.300 Lichtjahre entfernt bilden NGC 7000 und der benachbarte Pelikannebel Teile derselben großen H-II-Region W80. Auf dieser Aufnahme bestimmen leuchtender Wasserstoff, kalte Staubwolken und junge Sterne gemeinsam die scheinbaren Küstenlinien am Himmel.

Nordamerikanebel

NGC 7000, auch Caldwell 20, ist kein Kontinent im Raum, sondern eine ausgedehnte Wolke aus ionisiertem Wasserstoff. Ultraviolette Strahlung heißer Sterne trennt Elektronen von den Wasserstoffatomen; bei der Rekombination entsteht unter anderem das charakteristische rote H-alpha-Licht.

Die bekannte Form entsteht vor allem durch vorgelagerte Wolken aus Gas und Staub. Sie verdecken Teile des leuchtenden Hintergrunds und zeichnen dadurch jene Buchten und Küsten, in denen unser Auge Nordamerika wiedererkennt.

CYGNUS WALL

Die Cygnus Wall bildet den hellen Rand der scheinbaren mexikanischen Westküste. Sie ist eine Ionisationsfront: Energiereiche Strahlung trifft auf dichteres Material und lässt eine scharf begrenzte, über viele Lichtjahre reichende Emissionskante aufleuchten.

Dunkle Säulen und kleine Globulen stehen als Silhouetten vor dem ionisierten Gas. Strahlung und Sternwinde tragen Material ab, verdichten zugleich aber auch einzelne Bereiche – Bedingungen, unter denen weitere Sterne entstehen können.

LDN 935

LDN 935 ist die dunkle Molekülwolke zwischen Nordamerika- und Pelikannebel. Der besonders dichte Abschnitt heißt wegen seiner Lage im Himmelskontinent „Golf von Mexiko“. Hier fehlt das Licht nicht: Kalter Staub absorbiert und streut es, bevor es uns erreicht.

Infrarot- und Spektraluntersuchungen zeigen eine aktive Sternenstube. Junge Sterne, leuchtende Stoßfronten und zahlreiche Herbig-Haro-Objekte verraten Materiestrahlen, die neu entstehende Sterne in ihre Umgebung schleudern.

IC 5070

IC 5070 ist der Pelikannebel. Er gehört physikalisch mit NGC 7000 zur gemeinsamen H-II-Region W80; erst die dunkle Wolke LDN 935 lässt beide im sichtbaren Licht wie getrennte Nebel erscheinen.

Auch im Pelikan formen ultraviolette Strahlung und Sternwinde das Gas. Infrarot- und Röntgenbeobachtungen finden hier viele junge Sterne in unterschiedlichen Entwicklungsstadien – von tief eingebetteten Quellen bis zu bereits sichtbaren jungen Sonnen.

NGC 6997

NGC 6997 ist ein offener Sternhaufen, der aus unserer Blickrichtung mitten auf dem leuchtenden Nebel liegt. Seine Sterne entstanden gemeinsam und bewegen sich als lockere Gruppe durch die Milchstraße.

Die Überlagerung täuscht jedoch: Untersuchungen behandeln NGC 6997 als eigenständigen, deutlich älteren Haufen, der nur entlang derselben Sichtlinie steht. Er erzeugt den Nordamerikanebel nicht – die Aufnahme verbindet zwei Objekte, die räumlich voneinander getrennt sind.

Astronomische Quellen

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